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Dienstversammlung aller Feuerwehrchefs

Selbst nach über zwei Monaten ist das schwere Unwetter in Schlüchtern in Feuerwehrkreisen noch in aller Munde. Das Großschadensereignis wurde jetzt noch einmal in einer Dienstversammlung aller Feuerwehrchefs der Gesamtstadt thematisiert.

Zur Erinnerung: Am Abend des 23. August war eine außergewöhnlich heftige Unwetterfront über den Bergwinkel gezogen. Ein Tornado zog dabei eine Schneise der Verwüstung über die südliche Innenstadt. Eine Vielzahl von Dächern waren schwer beschädigt worden, insbesondere auch der Feuerwehrstützpunkt am Untertor. Weil die Stützpunktwehr bei Einbruch des Unwetters bereits im Einsatz bei einem Kellerbrand war, hatten die auf dem Untorparkplatz abgestellten Privatfahrzeuge der Einsatzkräfte durch umher fliegende Dachziegel nur noch Schrottwert.

Aufgrund der Heftigkeit des Unwetters und der pausenlos eingehenden Notrufe war eine Vollalarmierung für alle Stadtteilwehren erfolgt – eine Maßnahme, die nur äußerst selten vorkommt. Insgesamt waren rund 250 freiwillige Einsatzkräfte vor Ort. Zudem wurde im Feuerwehrstützpunkt erstmals eine so genannte Technische Einsatzleitung (TEL) eingerichtet, um die Vielzahl der Einsätze besser koordinieren zu können.

„Es war ein Einsatz, schlimmer hätte es kaum kommen können. Am Untertor lag alles in Schutt und Asche“, sagte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Werner Kreß jetzt in der Dienstversammlung der Wehrführer und Stellvertreter aller Feuerwehren der Gesamtstadt im Feuerwehrhaus in Herolz. Kreß hatte am Abend des Unwetters die Einsatzleitung. Besonders erschwerend sei gewesen, dass der Feuerwehrstützpunkt selbst betroffen war. Insbesondere war auch der Funkmast durch den Tornado zerstört worden, wodurch es große Probleme in der Kommunikation zwischen der Einsatzleitung und den Einsatzkräften gab. Wie Kreß weiter ausführte, seien innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Alarmierungen eingegangen.

Zur besseren Koordination wurde die Technische Einsatzleitung kurzfristig einberufen. „Es lief nicht alles rund“, zog Kreß eine selbstkritische Bilanz. Ungünstig gewesen sei die räumliche Trennung der Einsatzleitung und der Funkzentrale. Auch habe es Defizite im Informationsaustausch zwischen Einsatzleiter und verschiedenen Führungsebenen gegeben. Zudem sei es nicht gut gewesen, dass alle Stadtteilwehren zum Feuerwehrstützpunkt beordert wurden. „Dort war das Chaos schon groß genug“, so Kreß. Besser wäre ein externer Bereitstellungsraum gewesen.

Trotz erforderlicher Kritik sei bei dem außergewöhnlichen Großeinsatz auch vieles gut gelaufen, waren sich die Feuerwehrchefs jetzt einig. Die Nachbesprechung sei zur Fehleranalyse wichtig. Es gelte, für künftige Großschadensereignisse noch bessere Einsatz-konzepte zu erstellen, insbesondere auch zur Funkabwicklung.

Stadtbrandinspektor Helmut Zinkand dankte allen Einsatzkräften. Wie er sagte, seien wichtige Erfahrungen für künftige Großeinsätze gewonnen worden. Weil viele Führungskräfte, die Mitglied der Technischen Einsatzleitung sind, im Ernstfall auch bei den örtlichen Wehren gebraucht werden, seien weitere Mitglieder für die Einsatzleitung erforderlich. Zinkand appelliert deshalb an alle gut ausgebildeten Wehrleute, sich für die Mitarbeit in der Technischen Einsatzleitung zur Verfügung zu stellen.

Tornadonachbesprechung

Unter Leitung von Stadtbrandinspektor Helmut Zinkand fand jetzt eine Nachbesprechung aller Feuerwehrchefs der Gesamtstadt zum außergewöhnlichen Unwettereinsatz Ende August statt.

Text und Foto: Fritz Christ